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Weniger Schadstoffe

Diesel-Abgasreinigung mit AdBlue-Technologie

Weniger Schadstoffe  
In der Nutzfahrzeugbranche sind Dieselmotoren längst Standard. Doch auch dieselbetriebene Pkw sind weltweit auf dem Vormarsch, sind die Vorteile des Selbstzünders doch unbestritten. Das Kraftstoff sparende Antriebsaggregat vereint sich mit ausgezeichneter Fahrdynamik und neue Abgas-Technologien besitzen das Potenzial, den Pkw-Dieselmotor auch dort salonfähig zu machen, wo er bislang eher skeptisch beäugt wurde.

Mit dem SCR-Verfahren (Selective Catalytic Reduction) wird der gesundheitsschädliche Stickoxid-Ausstoß, ein Hauptproblem bei Dieselmotoren, drastisch verringert und mit Hilfe einer Harnstofflösung – genannt AdBlue – in Wasserdampf und Stickstoff umgewandelt. AdBlue wird in Nutzfahrzeugen in einem Zusatztank mitgeführt und in die Abgasanlage eingespritzt. Ausgeklügelte Dosiersysteme in der Abgasanlage tragen in Verbindung mit einem SCR-Katalysator dazu bei, Stickoxidemissionen um bis zu 85 Prozent und Rußpartikel um 40 Prozent zu reduzieren. Darüber hinaus lässt sich der Kraftstoffverbrauch um bis zu fünf Prozent senken. Derzeit ist es nur mit der SCR-Methode realisierbar, den Partikel- und den Stickoxid-Ausstoß gleichzeitig zu vermindern und damit den geforderten Grenzwerten nachzukommen. Damit rückt die Abgasnachbehandlung mehr und mehr in den Fokus des Interesses. Inzwischen bieten Tankstellen im ganzen Bundesgebiet die Reduktionslösung an. Da AdBlue bereits bei einer Temperatur von etwa elf Grad minus gefriert, müssen die Leitungen, durch die die synthetisch hergestellte Harnstofflösung läuft, beheizt werden. Für diese Spezialanwendung liefert der Polymerspezialist REHAU starre und flexible beheizte Schlauchleitungssysteme für die gesamte Nutzfahrzeug-Industrie. Die Kunststoffleitungen werden mit einer Heizlitze umwickelt, die über die Bordspannung eine bestimmte Heizleistung an den Schlauch abgibt und so das Einfrieren der Lösung verhindert bzw. das gefrorene AdBlue auftaut.

Im Hinblick auf kommende, noch schärfere Normen und angesichts stetig steigender Kraftstoffpreise könnte es dem Diesel gelingen, weiteres Terrain auch auf dem Pkw-Markt zu erobern. Fahrzeuge mit integrierten AdBlue-Tanks gehen voraussichtlich schon ab 2008 in Serie. Als innovativer Systemhersteller und kreativer Entwicklungspartner der Automobilindustrie treibt REHAU diesen Fortschritt mit ausgeklügelten Schlauchleitungsmodulen voran und konzipierte innenbeheizte Schlauchsysteme für Pkws. Das Team um Projektleiter Dr. Michael Schöbel sah sich dabei mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert. „Diese Technologie in Autos zu integrieren, erfordert extrem kleine Leitungsquerschnitte. Es steht längst nicht soviel Platz wie in einem Nutzfahrzeug zur Verfügung. Zudem muss, ebenso wie bei der Lkw-Version, das Rohr- bzw. Schlauchmaterial diffusionsdicht und beständig gegen die Harnstoffwasserlösung sein und Temperaturen von –35°C bis +100°C trotzen“, so Schöbel weiter. Dem Polymerspezialisten ist dies gelungen. Durch das Aufgreifen innovativer Technologien und Trends der Zulieferindustrie etablierte sich REHAU damit innerhalb kürzester Zeit vom Halbzeuglieferanten zum innovativen Anbieter komplexer, einbaufertiger Leitungssysteme. Heute ist das Unternehmen mit seiner Entwicklung in der Lage, die Automobilindustrie sowohl im Nutzfahrzeug- als auch im PKW-Bereich entscheidend dabei zu unterstützen, Abgase auf clevere Weise zu reduzieren und damit unsere Umwelt zu schonen.

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© REHAU AG + Co, 2008
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