Kunststoff-Recyclate für ein neues Produktleben

Kunststoff-Recyclate

Die Geschichte des Kunststoffs ist eine wahre Erfolgsgeschichte. Ohne Kunststoff wäre das Leben heute fast nicht mehr vorstellbar. Jedes Jahr werden weltweit rund 250 Millionen Tonnen davon verarbeitet. Neben den zahlreichen Vorteilen, von denen beispielsweise die Bereiche Gesundheit, Energieeffizienz und Trinkwasserversorgung profitieren, kommen natürlich auch Fragen zu einer nachhaltigen Rohstoffversorgung und Wiederverwertung auf. REHAU engagiert sich seit geraumer Zeit sowohl für den Einsatz nachhaltig verfügbarer Werkstoffe, wie etwa Naturfaser oder Biopolymere, und treibt das Thema Recycling voran. Die Wiederverwendung sortenreiner Recyclate ist heute Stand der Technik. Darüber hinaus hat REHAU Produkte und Prozesse etabliert, um auch weniger qualifizierte Recyclate erneut aufwerten und einer möglichst hochwertigen Nutzung zuführen zu können. Allein im Jahr 2010 wurden in den Geschäftsbereichen Bau und Industrie über 29.000 Tonnen eigenes Rücklaufmaterial sowie Zukaufrecyclat eingesetzt. Gegenüber der thermischen Verwertung konnte so der CO₂-Ausstoß um 60.000 Tonnen reduziert werden. Im Jahr 2011 lag der Wert nochmals deutlich darunter.

Dr. Steven Schmidt

Dr. Steven Schmidt, Department Head C-R+D Advanced Materials

Recycling: Fensterprofile

Der Werkstoff PVC ist aufgrund seiner besonderen Eigenschaften hervorragend für den Einsatz in Kunststofffenstern geeignet. Selbst am Ende eines langen „Fensterlebens“ hat das eingesetzte PVC noch nicht ausgedient. Vielmehr fließt es als hochwertiges Recyclat erneut in den Lebenszyklus eines neuen Fensters ein und trägt so zur positiven Ökoeffizienz eines PVC-Fenstersystems bei. Seit mehr als 40 Jahren nimmt REHAU die PVC-Profilabschnitte und PVC-Späne, die beim Verarbeiter bzw. dem Fensterbauer anfallen, zurück und führt sie bei der Produktion neuer Fenster zu. Als Mitglied von „Rewindo“, dem Zusammenschluss der führenden deutschen Kunststoffprofilhersteller zu einer gemeinsamen Initiative, tritt REHAU ebenso für die Wiederverwertung ausgedienter PVC-Altfensterprofile ein.

Recycling: Kabelschutzrohre

Kabelrohre aus Polypropylen und Polyethylen kommen bei erdverlegten Leitungen in der Energieversorgung, der Starkstrom-, Nachrichten-, Steuer- und Kommunikationstechnik zum Schutz gegen Beschädigungen, aber auch als klassische Kabelführungs- sowie als Mehrfachbelegungsrohre zum Einsatz. Polypropylen und Polyethylen sind Werkstoffe mit guter Ökobilanz: Die Rohre verhalten sich chemisch neutral und sind nach Gebrauch unproblematisch und vollständig zu wertvollen Rohstoffen recycelbar. REHAU führt sowohl Materialreste aus dem eigenen Bestand als auch Altmaterial anderer Anbieter der Produktion von neuen Kabelschutzrohren zu. Im Jahr 2010 waren das gut 4.000 Tonnen.

Recycling: Stoßfänger

Kostendruck und die Verknappung der petrochemischen Ressourcen führen bei vielen Anwendungen im Automobilbereich zu einer erhöhten Akzeptanz des Recyclateinsatzes. Stabiles Qualitätsniveau sowie die Verfügbarkeit über die Laufzeit eines Automodells hinweg sind dabei Grundvoraussetzungen. REHAU begegnet diesen Anforderungen z.B. durch den sinnvollen Wiedereinsatz lackierter Außenanbauteile. Stoßfänger beispielsweise werden in speziellen Recyclingprozessen von ihrem Lackanteil getrennt. Je nach Anforderungsniveau der zukünftigen Anwendung kommen verschiedene Recyclingprozesse zum Tragen.
Ziel ist es unter anderem, das so gewonnene Material in anderen Bauteilen der gleichen Modellreihe einzusetzen, um die Verfügbarkeit langfristig sicherstellen zu können.

Ansprechpartner:

Dr. Steven Schmidt

steven.schmidt@rehau.com

Abteilungsleiter C-R+D Advanced Materials
Diplom-Chemiker
Bei REHAU seit 1993

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