Trendthema „Smart Home“

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Großer Andrang zur interzum – der Leitmesse für Möbelfertigung und Innenausbau, die im Mai in Köln stattfand und, wie hier am Stand der Firma REHAU, den Besuchern zahlreiche Trends für „smart home“-Lösungen präsentierte. 

01.06.2017

Wenn der Kühlschrank zweimal klingelt

Der Kühlschrank übermittelt dem Supermarkt, was benötigt wird. Licht und Heizung regulieren sich automatisch nach Tageszeit oder Temperatur. Tische und Sofas passen sich wie von Zauberhand dem Bedarf an. Was vor Kurzem noch Stoff für Science-Fiction-Filme war, ist heute Gegenwart und Zukunft der Möbel- und Einrichtungsbranche. „Smart Home“ heißt der Prozess, mit dem Informationstechnologie Einzug hält in Geräte und Möbel – und der so für mehr Komfort sorgt. 

Flexibel und smart: Höhenverstellbarer Konferenztisch, mit dem Ergonomie Einzug in die Meeting-Kultur hält.

Schon seit ein paar Jahren gehört die Sonderausstellung „Smart Home“ zu den Publikumsmagneten der Möbelmesse imm cologne. Auch auf der interzum, der Leitmesse für Möbelfertigung und Innenausbau, die im Mai in Köln stattgefunden hat, zeigte die Branche, wie sich neue Technologien auf die Gestaltung des Wohnraums auswirken und wie das Interior Design darauf reagiert. Während auf der Fachmesse interzum hauptsächlich Einzellösungen für das Möbel und Wohnen der Zukunft gezeigt wurden, bietet die Sonderausstellung der imm cologne Jahr für Jahr eine einzigartige Präsentation: Der Besucher betritt ein „Haus“ – und wird von der Garage über die Küche bis ins Schlafzimmer durch die verschiedenen Wohnbereiche geleitet. Hier zeigen unterschiedlichste Unternehmen ihre vernetzten Lösungen, die wiederum nicht für sich stehen, sondern untereinander kommunizieren: Öffnet der Bewohner die Haustür mittels eines RFID-Chips, wird automatisch die Alarmanlage abgeschaltet. Die Beleuchtung im Eingangsbereich sorgt für einen hellen Empfang. Im Wohnbereich schaltet der Fernseher automatisch auf die Eingangskamera um, wenn es an der Tür klingelt. In der Küche senkt der Herd von selbst die Temperatur, wenn das Nudelwasser überzukochen droht. Dies ist nur ein Teil der Beispiele, die auf der imm cologne im Januar zu sehen waren. 

Die Liste der digitalen Lebenshelfer, die bereits existieren, ist lang – und sie betrifft alle Bereiche des Möbel- und Gerätesektors. Was sie verbindet: Digitaltechnik macht das Leben einfacher und schöner. Nach den Maßgaben des Universal Design hilft sie, gleichen Komfort für alle zu schaffen – unabhängig von Alter, Wohnort oder individuellen Fähigkeiten. Und smarte Möbel sind keineswegs nur Spielerei: So können Sensoren in Matratzen im Kinderbett die Risiken des plötzlichen Kindstods reduzieren. Das sogenannte „Ambient Assisted Living" hilft älteren oder auf Hilfe angewiesene Menschen dabei, mit Unterstützung durch Assistenzsysteme ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Und die Energienutzung wird immer effizienter: Die Rollladensteuerung etwa fährt bei Abwesenheit der Bewohner im Sommer automatisch herunter und sorgt für kühle Räume. Im Winter werden die Rollläden bei Sonneneinstrahlung hochgefahren – damit die Räume natürliche Wärme aufnehmen und Heizkosten gespart werden können. 

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Der Zuspruch zu smarten Technologien in Haus und Büro ist entsprechend groß – und zwar generationenübergreifend: Laut Studie des internationalen Marktforschungsinstituts YouGov will die Generation Y zu 75 Prozent ihr Heim mit intelligenter Technologie ausstatten. Eine Umfrage von Feierabend.de hingegen hat die Best Ager im Visier: Auch die Generation 60plus ist davon überzeugt, dass Smart-Home-Lösungen die Lebensqualität erhöhen und ein langes selbstbestimmtes Wohnen zu Hause ermöglichen. 

Die Herausforderung für die Branche liegt – neben der Datensicherheit – in der Notwendigkeit zur Kooperation: Wirklich intelligente Lösungen sind keine Produkte von Einzelkämpfern. In ihnen verschmelzen Techniken der Haus- und Geräte-Automation, der vernetzten Unterhaltungselektronik und der Informationstechnologie. Es müssen allgemeingültige Standards geschaffen werden. Und natürlich sind die Kernkompetenzen der Möbelbranche und ihrer Zulieferer – Materialien, Funktionen, Designs – gefordert. Die Impulse können dabei von allen Seiten kommen. 

Ein gutes Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit wurde gerade auf der interzum 2017 gezeigt: ein höhenverstellbarer Konferenztisch, mit dem Ergonomie Einzug in die Meeting-Kultur hält. Die Idee entstand auf einem der Innovations-Workshops, die der Polymerspezialist REHAU und der Möbelhersteller König + Neurath regelmäßig durchführen. Gemeinsam wurde ein Produkt entwickelt, das seinen Nutzern einen echten Vorteil bietet: Anstelle eines herkömmlichen Schalters erfolgt die Regulierung der Höhe über ein umlaufendes Profil unterhalb der Tischkante. Der Tisch kann von jeder Position hoch- oder runtergefahren werden, was nützlich ist, wenn mehrere Menschen an einem Tisch arbeiten: Die Arbeitsposition lässt sich schnell und bequem anpassen, ohne dass der Workflow unterbrochen wird. 

Ob im Büro, im Schlafzimmer oder in der Küche – die smarte Revolution wird weitergehen. In ein paar Jahren erledigt sich ein großer Teil der Haushaltsarbeit von selbst. Der Kühlschrank macht anhand seines Inhalts Rezeptvorschläge oder ruft gleich den Lieferservice. Das Fernsehprogramm wird anhand der Stimmung zusammengestellt. Die Präsentation im Businessmeeting wird dreidimensional als Hologramm in der Mitte des Raums visualisiert. Mehr Komfort für die Menschen, neue Absatzmöglichkeiten für die Unternehmen – die Zukunft des Wohnens und Arbeitens im digitalen Zeitalter hat gerade erst begonnen. 

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