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Wie gelingt Innovation in einer Pandemie?

Kontaktloses Einkaufen mit der K-BOX

Für den Einzelhandel, Restaurants sowie Kantinen bringt die Corona-Pandemie zahlreiche Einschränkungen und Neuerungen mit sich. Von Mindestabständen bis hin zu einer Maximalanzahl von Kunden pro Quadratmeter im Ladengeschäft, stellt dies viele Einzelhändler und Betreiber vor große Herausforderungen. Doch steckt in diesen Zeiten auch Potenzial für Innovationen?

Bereits zur Fachmesse INTERNORGA 2019 wurde der erste Prototyp der K-BOX vorgestellt. Eine Selbstbedienungseinheit, welche 24 Stunden am Tag verfügbar ist. Zu jeder Zeit kann die K-BOX mobile Kunden mit kalten und warmen Snacks, Convenience Produkten, Kaffee, Tee und Kaltgetränken versorgen, aber auch Non-Food-Produkte bereitstellen – bargeldlos und in Selbstbedienung. Entwickelt wurde der erste Prototyp in nur 90 Tagen.

Welche Entwicklung dieses Jahr jedoch nehmen würde, konnte unser Team in den Anfängen der K-BOX noch nicht erahnen. Schnell war aber gegen März 2020 klar: Die K-BOX kommt zur richtigen Zeit. Überall dort, wo physischer Kontakt vermieden oder auch der Personaleinsatz erschwert wird, hilft die K-BOX die Waren – auch gekühlt, wenn nötig, stetig bereit zu halten.

Hinter der K-BOX steckt ein Gemeinschaftsprojet von REHAU, KESSEBÖHMER sowie dem Startup GLEEBEES. „Die Zusammenarbeit ist die perfekte Symbiose aus innovativem Unternehmergeist, technologischem Know-how, der Retail-Erfahrung und der Marktnähe von KESSEBÖHMER gepaart mit nötigen Flexibilität und Digitalisierungskompetenz eines Start-Ups.“ resümiert Peter Michels, REHAU Innovationsmanager Industrial Solutions. 

Doch was genau macht die K-BOX besonders und zeichnet sie gegenüber Selbstbedienungsautomaten aus?

Das Vitrinen-System identifiziert den Benutzer mittels NFC-Karte wie Kreditkarte oder Apple Pay und erkennt mit Hilfe sensibler Sensoren, welche Produkte, in welcher Menge er aus dem Regal entnimmt oder gegebenenfalls auch wieder zurücklegt. Nach Beendigung des Einkaufs schickt das System dem Kunden eine digitale Rechnung. Das dazu notwendige, auf Gewichtserkennung basierende Sensorsystem sowie das Abrechnungssystem wurde hierzu in Rekordzeit von REHAU New Ventures, der Einheit für Digitalisierung in Zusammenarbeit mit der Division Industrial Solutions entwickelt.

Es wurden neun Module entwickelt, die den Vertrieb von verschiedensten Lebensmitteln ermöglichen. So können zum Beispiel kühlende, wärmende und raumwarme Module mit Kaffee-, Tee- und Suppenmodulen kombiniert und durch Müllentsorgung sowie Erwärmungsmöglichkeiten ergänzt werden. Der Kunde muss die K-BOX nur durch eine NFC-fähige Karte (Kreditkarte, Apple Pay) entriegeln und kann dann die gewünschten Produkte entnehmen.

Um maximale Flexibilität zu garantieren, können diese digital per REHAU SmartShelf beworben werden, eine digitale Preis- und Informationsbeschilderung, die sich beliebig gestalten und digital ändern lässt. Das System erlaubt eine direkte Auswertung der Verkaufsdaten, die Anpassung der Preise und Anzeigen in Echtzeit, eine freie Produktauswahl sowie Gestaltung von Verpackungseinheiten. Zudem wird der Personalaufwand für den Betreiber im Vergleich zu einem herkömmlichen System deutlich verringert, da es keinen Kassiervorgang mehr gibt.  Auch für den Endkunden bringt die K-BOX große Vorteile, da jedes Modul separat benutzt werden kann und somit keine Warteschlangen entstehen. 

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Die Einsatzmöglichkeiten der K-BOX sieht das Entwicklungsteam insbesondere in Kantinen, Tankstellen, Flughäfen, Hotel-Lobbys oder Fitness-Centern. Begonnen mit einem ersten Feldtest in der Lobby des Stammsitzes von REHAU, wurde die K-BOX von den REHAU Mitarbeitern bereits auf Herz und Nieren getestet – mit hohem positiven Feedback. So haben sich im Laufe der letzten Monate weitere Projektumsetzungen angeschlossen. 

Die Corona Pandemie brachte für das Projektteam eine unerwartete schnelle und erhöhte Nachfrage. „Insbesondere aufgrund der Reise- und Kontakteinschränkungen waren die letzten Monate gleichermaßen herausfordernd als auch motivierend. Da wir in kürzester Zeit unter erschwerten Bedingungen aufzeigen konnten, dass unsere Idee funktioniert. Durch die Pandemie haben wir einen enorm hohen Drive in das Projekt bekommen“, erklärt Germar Pflug, Mitglied der Geschäftsleitung GLEEBEES.

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So konnte nach den Entwicklungen im März 2020 auch trotz zahlreicher Einschränkungen rasant Fahrt in den ersten umgesetzten Projekten aufgenommen werden.

Aufgrund der Corona-Einschränkungen wurden die Module bei REHAU, GLEEBEES und unserem Partner KESSEBÖHMER noch unter Vorserienbedingungen hergestellt, da der Start der Serienfertigung wegen der Lockdowns verschoben werden musste. „Aktuell arbeiten alle im K-BOX Team am Aufbau aller Prozesse für den Serienstart, der jetzt im Frühjahr 2021 angelaufen ist. Wir sind sehr zuversichtlich und freuen uns auf weitere spannende Umsetzungen.“ Mario Goda, Sales Director Global & Business Unit Development.

Mehr zu KESSEBÖHMER: https://www.kesseboehmer.world

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